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Crossing China: 21.-25.05.14

Eisige Kälte im Norden, fruchtbare Ebenen im Osten, tropische Hitze im Süden und die Hochplateaus im Westen – all das ist China. Gewaltig und facettenreich. Nur wer das riesige Land bereist, wird seine Dimensionen verstehen. Dieses Ziel haben wir, die Macher der diesjährigen China Filmtage in München, uns gesetzt. Unter dem Motto Crossing China möchten wir ein subtiles Bild des „Reichs der Mitte“ zeichnen. Wir möchten eine Brücke schlagen – zum Einen zwischen Ihnen, unseren Zuschauern und dem zeitgenössischen chinesischen Kino, zum Anderen kreuz und quer durch die chinesische Filmlandschaft.

Letztes Jahr haben wir Ihnen Meisterwerke des Martial-Arts Kinos präsentiert – dem chinesischen Genre schlechthin.Doch der gegenwärtige chinesische Film hat weitaus mehr zu bieten: feingeistige Dramen, romantische Liebeskomödien und Thriller in der Tradition des Film Noir. In der zweitgrößten Filmindustrie der Welt werden jährlich Tausende Filme auf den Markt geschwemmt und in den rund 18 000 Kinos des Landes gezeigt. Seit 2010 haben sich die Zahlen der Kinobesuche verdoppelt. Dennoch schaffen es die wenigsten dieser Filme auf ausländische Leinwände.

Neben den hierzulande beliebten Arthouse und Martial Arts Produktionen möchten wir Ihnen zeigen, welche Filme auch in China erfolgreich sind und die Zuschauer in die Kinosäle treiben. Dabei fallen Namen wie Feng Xiaogang, Zhao Wei oder Peter Chan.

Feng, beispielsweise, gilt heute als eine Art chinesischer Steven Spielberg, der das chinesische Unterhaltungskino seit den 1990er Jahren prägt wie kein Zweiter und mit seinen Blockbustern zum Garant für klingende Kinokassen geworden ist. Seine Filme sind dem westlichen Publikum kaum bekannt – sie sind ausschließlich auf das chinesische Publikum zugeschnitten. Damit spiegeln sie den herrschenden Geist, die chinesische Mentalität und Identität wieder – sie sind ein wichtiger Indikator und Schlüssel für das Verständnis dieses „Riesen“. Nichtsdestotrotz ist es genauso wichtig, sich mit Filmen auseinanderzusetzen, die in China Kontroversen hervorrufen.

So möchten wir Ihnen an den fünf Tagen unseres Filmfestes einen Mix aus alldem zeigen: Filme, die in verschiedenen Regionen spielen, verschiedene Genres abdecken, verschiedene Helden abzeichnen, verschiedenste Thematiken behandeln, dabei jedoch alle Sinnbild für das aufstrebende chinesische Kino des 21. Jahrhunderts sind.

Erleben Sie eine der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte Chinas, dem Erdbeben von Tangshan 1976 in Feng Xiaogangs Blockbuster „Aftershock“.

Begeben sie sich auf die Suche nach der großen Liebe von Peking nach Seattle in „Finding Mr. Right“. Begleiten Sie eine wütende chinesische Arbeiterschicht auf ihrem Pfad der Auflehnung in Jia Zhangkes Episodendrama „A Touch Of Sin“. Entkommen Sie dem Kugelhagel in der actionreichen Komödie „Let The Bullets Fly“ mit einem siegreichen Lächeln. Werden Sie Ihres eigenen Glückes Schmied in „American Dreams in China“. Tauchen Sie ab in das Leben einer verdrossenen und desillusionierten Jugend im Independent Film „Burned Wings“ – lassen Sie sich im Gegenzug von dessen Blüte und Hoffnung verzaubern in „So Young“.

Kurzum – begleiten Sie uns auf einer Reise durch Chinas Kinolandschaft!

 

 

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China Filmtage 2013: Martial Arts

Martial Arts Filme sind Trash! Martial Arts Filme sind Kult! Was ist eigentlich Martial Arts? Ach, Bruce Lee ist schon tot?! Ein Genre – Viele Fragen und Meinungen.

Die China Filmtage: Martial Arts versuchen nun all diesen Vorurteilen und Fragen rund um das Genre auf den Grund zu gehen. Denn so unterschiedlich die Auffassungen über das Martial Arts Kino auch sind, so sind diese Filme Teil des kulturellen Gedächtnisses Chinas und verbinden China, Hong Kong, Taiwan und die Welt. Beruhend auf Jahrhunderte-alten Geschichten steht das Martial Arts Genre in einer Kultur-und Literaturtradition, die am ehesten mit westlichen Ritter-und Drachensagen zu vergleichen ist. Aus diesem Grund widmen sich auch die Filmtage der historischen Perspektive des Martial Arts Kinos.

China Filmtage: Martial Arts ist eine vom Institut für Sinologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Konfuzius Institut München organisierte Filmwoche. Weitere Informationen zu den Veranstaltern finden Sie hier.

Ziel der China Filmtage ist die unterhaltsame und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit chinesischem Film.

Vom 12. bis 16. Juni 2013  sind im Münchner Monopol Kino sieben Meisterwerke der Martial Arts Filmgeschichte zu sehen. Den Auftakt bildet King Hus A Touch of Zen (1971), der das Genre wie kein zweiter Film geprägt und entworfen hat. Gleichzeitig begann mit ihm die erste internationale Blütezeit des Martial Arts Kinos. Darauf folgt The 36th Chamber of Shaolin (1978), der in der Hochphase dieser Blütezeit entstand und als Juwel innerhalb des Genres gilt.

Kein Martial Arts Filmfest wäre denkbar ohne Bruce Lee: Gezeigt werden daher Fist of Fury (1972) und The Way of the Dragon (1972). Beide Filme machten Lee zum globalen Superstar und das Martial Arts Genre zum globalen Phänomen.

Mit Hero (2002) beschritt Regisseur Zhang Yimou völlig neue Wege. Indem er einen der ersten Martial Arts Filme der Volksrepublik China im 21. Jahrhundert schuf, der von keinem geringeren als Quentin Tarantino für die internationale Filmbühne entdeckt wurde, trug er maßgeblich zu einem neuen Boom des Genres bei.

Natürlich darf auch das Lachen nicht zu kurz kommen: Kung Fu Hustle aus dem Jahr 2004 meistert durch seine humoristisch-groteske Art die Gratwanderung zwischen Trash und Kult, wie es Jackie Chan selten vermochte.

Das letzte Highlight der Filmtage bildet sicherlich Wong Kar-Wais aktueller Film The Grandmaster (2013). In freudiger Erwartung  dürfen wir verkünden, dass der Film im Rahmen einer Sondervorstellung noch vor dem offiziellen deutschen Kinostart gezeigt wird. The Grandmaster (2013) stellt die neueste Interpretation des Genres dar und weist auf eine mögliche Zukunft des Martial Arts hin.

Vor jedem Film werden die wichtigsten Informationen und Hintergründe in einer kurzen Einführung erklärt.

Für einen tieferen Einblick in die Thematik wird auch ein wissenschaftliches Rahmenprogramm angeboten. Prof. Dr. Hans van Ess (LMU München) spricht über die Ursprünge der Martial Arts Welt in den frühen chinesischen Geschichtsbüchern. Prof. Dr. Stefan Kramer (Universität Leipzig) gibt Einblick in die Ästhetik des chinesischen Martial Arts Films. Tim Trausch, M. A. (Universität Leipzig) skizziert Tendenzen und Entwicklungen in der Geschichte des Martial Arts Kinos.

Auf unserer Seite haben wir für Sie auch eine Auswahl an Literaturangaben vorbereitet, die Ihr Wissen über die Welt von Martial Arts und das chinesischen Kino zusätzlich erweitern können. Die Liste finden Sie hier.

Wir hoffen, dass Sie mit all diesen Erkenntnissen ausgestattet ein viel zitiertes, oftmals verrissenes aber immer fesselndes Genre neu für sich entdecken werden.

Wir wünschen eine gute Reise durch die Martial Arts Filmwelt!