China Filmtage 2014: Crossing China

Eisige Kälte im Norden, fruchtbare Ebenen im Osten, tropische Hitze im Süden und die Hochplateaus im Westen – all das ist China. Gewaltig und facettenreich. Nur wer das riesige Land bereist, wird seine Dimensionen verstehen. Dieses Ziel haben wir, die Macher der diesjährigen China Filmtage in München, uns gesetzt. Unter dem Motto Crossing China möchten wir ein vielschichtiges Bild des Reichs der Mitte zeichnen. Wir möchten Brücken schlagen – zum Einen zwischen Ihnen, unseren Zuschauern und dem zeitgenössischen chinesischen Kino, zum Anderen quer durch die chinesische Filmlandschaft.

Letztes Jahr haben wir Ihnen Meisterwerke des Martial Arts-Kinos präsentiert – dem chinesischen Genre schlechthin. Doch der gegenwärtige chinesische Film hat weitaus mehr zu bieten: feingeistige Dramen, romantische Liebeskomödien und Thriller in der Tradition des Film Noir. In der zweitgrößten Filmindustrie der Welt werden jährlich Tausende Filme auf den Markt geschwemmt und in den rund 18. 000 Kinos des Landes gezeigt. Seit 2010 haben sich die Zahlen der Kinobesuche verdoppelt. Dennoch schaffen es die wenigsten dieser Filme auf ausländische Leinwände.

Neben den hierzulande beliebten Arthouse Produktionen möchten wir Ihnen zeigen, welche Filme in China erfolgreich sind und die Zuschauer in die Kinosäle locken. Dabei fallen Namen wie Feng Xiaogang, Zhao Wei oder Peter Chan.

Feng, beispielsweise, gilt heute als eine Art chinesischer Steven Spielberg, der das chinesische Unterhaltungskino seit den 1990er Jahren prägt wie kein Zweiter und mit seinen Blockbustern zum Garant für klingelnde Kinokassen geworden ist. Seine Filme sind dem westlichen Publikum kaum bekannt – sie sind ausschließlich auf das chinesische Publikum zugeschnitten. Damit geben sie einen Einblick in den herrschenden Geist, die chinesische Mentalität und Identität – sie sind ein wichtiger Indikator und Schlüssel für das Verständnis dieses „Riesen“. Gleichzeitig ist uns auch die Auseinandersetzung mit Filmen, die in China Kontroversen hervorrufen, wichtig.

So möchten wir Ihnen an den fünf Tagen unseres Filmfestes einen Mix aus alldem zeigen: Filme, die in verschiedenen Regionen spielen, verschiedene Genres abdecken, verschiedene Helden abbilden, verschiedenste Thematiken behandeln, dabei jedoch alle Sinnbild für das aufstrebende chinesische Kino des 21. Jahrhunderts sind.  Alle Filme werden in Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln gezeigt.

Werden Sie Ihres eigenen Glückes Schmied in unserem Eröffnungsfilm American Dreams in China (2013). Begeben sie sich auf die Suche nach der großen Liebe von Peking nach Seattle in Finding Mr. Right (2013). Begleiten Sie in Jia Zhangkes Episodendrama A Touch of Sin (2013) eine wütende chinesische Arbeiterschicht auf ihrem Pfad der Auflehnung. Entkommen Sie dem Kugelhagel in der actionreichen Komödie Let the Bullets Fly (2010) mit einem siegreichen Lächeln. Erleben Sie eine der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte Chinas, das Erdbeben von Tangshan 1976, in Feng Xiaogangs Blockbuster Aftershock (2010). Tauchen Sie im Independent Film Burned Wings (2013) ab in das Leben einer verdrossenen und desillusionierten Jugend – lassen Sie sich im Gegenzug von dessen Blüte und Hoffnung verzaubern in So Young (2013). Folgen Sie in Peter Chans Martial Arts-Epos Wu Xia (2011) dem unscheinbaren Papiermacher Liu in seine dunkle Vergangenheit. Rüsten Sie sich gemeinsam mit Andy Lau für einen Sturm auf Hong Kong im 3D-Abenteuer Firestorm (2013). Und untersuchen Sie zu guter Letzt eine mysteriöse Mordserie in Chinas rauem Norden im diesjährigen Gewinnerfilm der Berlinale Feuerwerk am helllichten Tage (2014)

Kurzum – begleiten Sie uns auf eine Reise durch Chinas Kinolandschaft!